Veranstaltung „Opferschutz und rechte Gewalt“ in Berlin (Pressemeldung des BMJV)

Bundesopferbeauftragter Prof.
Dr. Franke: Bund und Land im Opferschutz gut aufgestellt

Am heutigen 7. Oktober 2021 fand in Berlin die Veranstaltung „Opferschutz und rechte Gewalt“ statt. Vormittags wurden mehrere Workshops durchgeführt, am Nachmittag eine Podiumsdiskussion zum Thema „Opfer rechter Gewalt in der öffentlichen Berichterstattung“.

„In den vergangenen Jahren sind die Unterstützungsstrukturen für Betroffene terroristischer Anschläge deutlich verbessert worden. Bund und Land sind heute im Opferschutz gut aufgestellt“. Das betonte der Beauftragte der Bundesregierung für die Anliegen von Opfern und Hinterbliebenen von terroristischen Straftaten im Inland, Prof.
Dr. Edgar Franke,
MdB, im Rahmen der Veranstaltung „Opferschutz und rechte Gewalt“ in Berlin. Verbesserungsbedarf sieht Franke bei der Finanzierung der Opferhilfeeinrichtungen. „Die Arbeit dieser Einrichtungen ist unverzichtbar. Sie verdienen eine dauerhafte, solide Grundfinanzierung!“.

Der Bundesopferbeauftragte hob die Ernennung von zentralen Ansprechpersonen für Terror-Betroffene hervor: „Vor fünf Jahren gab es nur einen Opferbeauftragten für Berlin. Heute haben 14 Länder und der Bund umfassende Strukturen geschaffen. Unser engmaschiges Netz ist auf die Bedarfe der Betroffenen abgestimmt. Wir tauschen uns regelmäßig aus, um die bestmögliche Betreuung zu gewährleisten“. Auch die Opferschutzplattform
www.hilfe-info.de sei eine hilfreiche Ergänzung der Strukturen. Erst kürzlich wurde die Plattform um spezielle Informationsangebote für Betroffene rechtsextremistischer, antisemitischer und rassistischer Taten erweitert.

Der Bundesopferbeauftragte hatte im Rahmen des von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmenkatalogs zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus am 7. Oktober 2021 nach Berlin eingeladen. „Solche Vernetzungstreffen staatlicher und nichtstaatlicher Akteure im Opferschutz sind wertvoll. Wer sich persönlich kennt, kann im Anschlagsfall besser zusammenarbeiten“ so Franke. Im Rahmen des Maßnahmenkatalogs soll das wichtige
Engagement insbesondere der Opferhilfeeinrichtungen deutlich stärker unterstützt, zusammengeführt und deutschlandweit vernetzt werden. „Die Würdigung dieses Engagements ist ein wichtiges Signal an Opferhilfeeinrichtungen und Betroffene: Der Staat steht an ihrer Seite!“.

Die Veranstaltung war aufgrund der Hygienevorgaben mit rund 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ausgebucht. Neben zahlreichen Opferhilfeeinrichtungen sowie den Opferbeauftragten und zentralen Anlaufstellen der Länder nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter der Landesdemokratiezentren sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter aus dem Bereich des Opferschutzes teil.

Auf der Agenda standen sechs Workshops zu Themen aus dem Bereich Opferschutz und rechte Gewalt. Die Podiumsdiskussion am Ende der Veranstaltung stand unter der Überschrift „Opfer rechter Gewalt in der öffentlichen Berichterstattung“. Neben dem Bundesopferbeauftragten diskutierten drei Expertinnen und Experten aus den Bereichen Journalismus, Psychologie und Opferhilfe unter anderem, wie gute Medienarbeit aus Sicht der Betroffenen aussehen kann und welche Rolle die öffentliche Berichterstattung für die Bewältigung des Geschehens durch den Einzelnen haben kann. In einem eingespielten Podcast berichtete ein Zeitzeuge des rechtsextremen Anschlags auf das Münchener Oktoberfest im Jahr 1980, wie sich der Umgang mit und die Berichterstattung über Opfer rechter Gewalt im Laufe der Zeit verändert hat.

Das
Interview finden Sie
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